Archiv der Kategorie: Meinung

Meinungsbildung rund ums Thema Fotografie.

It’s Marrakech, not Marracredit

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Wie einige sicherlich schon bemerkt haben bin ich von meinem einwöchigen Aufenthalt in Marokko wieder zuhause angekommen und werde nun nach und nach die ca. 1200 Fotos, die ich in dieser Zeit gemacht habe sortieren. Da ich nebenbei ja auch noch einer beruflichen Tätigkeit nachgehe, bitte ich um ein wenig Geduld. Das meiste ist sowieso Ausschuss, aber der Schnappschuss auf der Strasse produziert davon halt mehr als die sorgfältig geplante Aufnahme.

Das Land selbst ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man die Mentalität der Leute akzeptiert und damit spielerisch umgehen kann. In Marrakesch kann man nicht einmal ein Taxi nehmen, ohne über den Preis verhandeln zu müssen. Es ist dort Volkssport Touristen über’s Ohr zu hauen, also verhandelt man hart, startet bei 10-30% des ersten Angebots und trifft sich dann bei 30-50%. Theatralik und emotionales Verhalten können durchaus hilfreich sein und werden von den Marokkanern ebenfalls gerne angewendet. Es schadet nicht, sich ein wenig mit der Materie (Silberpreis, Stoffqualität) auszukennen, bevor einem Polyester für Kaschmir angeboten wird. Bargeld lacht, es schadet auch nicht einen großen Vorrat an Dirham-Münzen mitzuführen.  Lies den Rest dieses Beitrags

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An die Wand gestellt

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Neulich hatte ich Gäste und das Thema kam auf die Fotografie. Plötzlich kam die Frage auf: „Wo hast du denn deine Bilder hängen?“ – zugegebenermaßen verweilt nicht ein einziges meiner Bilder an den 97qm umbauten Raumes unserer Wohnung. Warum eigentlich? Das war keine bewusste Entscheidung. Ich schaue mir einfach meine eigenen Bilder nicht sonderlich gerne an. Ich habe sie einmal gemacht, etwas dabei gefühlt oder gedacht, aber dann ist der Moment vorbei und das Bild ist bereits Teil der Vergangenheit. Und warum sollte ich immer wieder daran zurückdenken, täglich, immer wenn ich an dem Ort vorbeigehe an dem das Bild hängt wie in einer Dauerausstellung? Es erscheint mir auch (ein wenig) eitel, meine eigenen Bilder dauerhaft anschauen zu wollen. Man könnte vielleicht noch etwas daraus lernen, dieses und jenes beim nächsten Mal besser zu machen – jedenfalls ist das der Tenor der Behauptungen. Aber im Endeffekt sollen Bilder meiner Meinung nicht als dauerhaftes Mahnmal in der Wohnung hängen sondern eher als inspirierendes und dekoratives Element, oder auch um die Erinnerung an bestimmte Ereignisse anzukurbeln. Da ich diese Bilder gemacht habe finde ich sie nicht mehr inspirierend und da ich sie alle sehr gut kenne, auch nicht mehr dekorativ – eher langweilig. Als Mensch der eher visuell denkt sind die meisten Erinnerungen sowieso als Bilder in meinem Kopf gespeichert, ich muss sie also nicht an der Wand hängen haben. Stattdessen hänge ich lieber (wenige) Gegenstände auf, die diese Erinnerungen wachhalten ODER aber die Bilder anderer Fotografen. Ich brauche einfach keine meiner eigenen Bilder in meiner Wohnung. Hier und da hängt ein wenig „dekorativer Bilderkitsch“ herum, aber sonst? Erinnerungen auf Polaroid, ein Leinwandpanorama, die besagten Aufnahmen anderer Fotografen, aber die Wände sind nicht mit eigenen Bildern gefüllt.

Trotzdem finden viele diese Einstellung merkwürdig. Mich würde interessieren, ob es ähnliche Meinungen diesbezüglich gibt, oder ob ich mit der „keine eigenen Bilder an den eigenen 4 Wänden“-Einstellung ziemlich alleine dastehe.

SLR oder High-End Kompakte?

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Ab und an wird man ja nach seiner Meinung bezüglich dieser oder jener digitalen Spiegelreflex gefragt. Soll es jetzt eine Pentax werden, eine Sony oder doch lieber eine Canikon? Lieber ein Einsteigermodell oder doch lieber gleich eine Etage höher anfangen? Was für ein Objektiv soll man dazu kaufen? Und das Zubehör?

Ich stelle dann gerne eine ketzerische Frage: warum muss es überhaupt eine dSLR sein?

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Fotoliteratur, die Vierte

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Heute ein kleines Review eines zukünftigen Klassikers unter den NikoniansPress Werken:

Professionell blitzen mit dem Nikon Creative Lighting System“ von Mike Hagen

In dem 280-Seiten starken Softcoverbuch beschreibt Mike wie  das Nikon CLS theoretisch funktioniert, wo man es praktisch einsetzen kann und gibt darüber hinaus praktische Tipps zur Optimierung.

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Nikon D4 Ende August?

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Joe McNally, Brian Peterson, Chase Jarvis und jetzt auch noch Andy Rouse… Diese relativ prominenten Nikon-Fotografen twittern munter drauf los und der Rest von uns weniger privilligierten Fotografen interpretiert munter was die Phantasie hergibt. Selbst Thom Hogan wirft einen Blick in seine in letzter Zeit etwas Stumpf gewordene Glaskugel.

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Frau & Kamera

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Neulich wieder gelesen…

Eine Kamera ist wie eine Frau…

Das ist natürlich ausgemachter Schwachsinn von Leuten, die Frauen bisher nur im Vormittagsprogramm kennengelernt haben. Der Wortlaut erinnert mich aber an ein Textfragment von mir von vor ein paar Jahren, als ich noch täglich Unmengen an Chauviepillen geschluckt habe, natürlich lange vor meiner Hochzeit. Lies den Rest dieses Beitrags

Fotoliteratur, die Dritte

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2 Bücher deren Lektüre ich uneingeschränkt empfehlen kann:

Joe McNally: the moment it clicks
Joe McNally: hotshoe diaries

Beide Bücher bieten Bildbeispiele aus Joe McNallys Repertoire deren Entstehung in einem Text auf der gegenüberliegenden Seite erklärt wird. Die Erläuterung ist locker und leicht verständlich geraten, auf merkwürdige Metaphern (aka Denters „Erbsen und Möhren“) wird weitestgehend verzichtet, dafür gibt es hier und da nette Anekdoten aus dem turbulenten Dasein eines Life- und NG-Fotografen. Lies den Rest dieses Beitrags

Fotoliteratur, die Zweite

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Nochmal was zum Lesen…

Susan Sontag: „Über Fotografie“
Müsste eigentlich „Gegen Fotografie“ heissen und ist heute so aktuell wie 1977, sogar aktueller denn je. Pseudonaturalismus, die Degradierung des Menschen zum „Objekt“, inflationäre Bilderflut und regelrechtes „Abstumpfen“ durch Fotografie sind große Themen unserer Zeit die Susan Sontag schon vor über 30 Jahren so gesehen hat. Auch „Regarding The Pain Of Others“: Sehr gutes Buch über Kriegsfotografie und die Moral der Fotografie allgemein. Lies den Rest dieses Beitrags

Fotoliteratur, die Erste

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Welches Standardlehrwerk würde ich Fotoenthusiasten als erste Anschaffung empfehlen? Manchmal wird man gefragt, oft verweise ich auf folgendes Buch:

Andreas Feiningers „Große Fotolehre“. Man kann dort zum Beispiel folgenden Abschnitt lesen:

Wenn sie von mir nur ein Rezept erwarten, wie sie leicht zu guten Resultaten kommen können, dann haben sie mit dem Kauf dieses Buches Ihr Geld verschwendet. Denn alles, was sie brauchen, ist schon nett in den einfachen Gebrauchsanweisungen zusammengefasst, die Ihrem neuen Fotoapparat, Belichtungsmesser und Film beiliegen, und zwar kostenlos. Wenn sie aber zu den Fotografen gehören, die noch an Qualität glauben, an ehrliche Arbeit, an sinnvolle Resultate, dann werden sie alle notwendige Führung auf den Seiten und in den Bildern finden. Mehr zu geben ist unmöglich – alles übrige liegt bei Ihnen. Dieses letzte Notwendige zum Erfolg, das schöpferische Gestalten, kann nicht gelehrt werden.

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Fotografie auf Deutsch

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Was ist „typisch Deutsch“? Kann man natürlich nicht sagen. In den letzten Jahren haben sich in der Fotografie viele neue Trends etabliert, der Markt ist allgemein sehr stark gewachsen. Fast jeder fotografiert heute, ob mit Handy, Kompaktkamera oder Spiegelreflex und fast nur noch digital. Wenn man sich die Bilderflut bei Flickr oder vergleichbaren Diensten mal „querliest“, lassen sich aber internationale und typisch deutsche Trends beobachten, natürlich stark abhängig vom Niveau das da betrieben wird. Lies den Rest dieses Beitrags