Nikon 14-24mm f/2.8 Nikkor Review

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Das Allererste was einem beim Nikon 14-24mm Weitwinkelzoom ins Auge springt, ist das massive, stark gekrümmte Frontelement, das einen sofort an mögliche Kratzer denken lässt. Denn für einen eventuellen Schutzfilter oder Ähnliches ist kein Platz, es gibt kein Bajonett für eine zusätzliche Sonnenblende und auch keine Filterfassung, nichts was zwischen der Umwelt und diesem Objektiv steht. Und natürlich kann man auch kein Grau- oder Polfilter damit nutzen – jedenfalls nicht ohne den erheblichen Aufwand über LEE-Vorsatzfilter und eine mittlerweile erhältliche Klemmfassung zu gehen. Die meisten Leute sagen, dass das gute Gründe wären, das 14-24 im Regal stehen zu lassen und sich stattdessen lieber ein 16-35mm oder 17-35mm Objektiv zu kaufen. Die meisten. Warum also habe ich eines?

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass dieses Objektiv für ein Weitwinkel-Zoom SCHWER ist. Fast ein Kilogramm. Es ist schwer im Gepäck und macht jede Kamera die nicht die Ausmaße einer F5/D3 hat sehr kopflastig. Die optische Formel besteht aus 14 Elementen in 11 Gruppen, 2 davon sind ED-Elemente mit geringer Lichtstreuung und 3 asphärisch. Super Integrated Coating und Nano Coating halten die internen Reflektionen gering, die asphärischen Elemente reduzieren chromatische Aberrationen. Das ganze Glas macht sich im Gewicht bemerkbar. Und es muss bewegt werden. Trotzdem sind Fokus- und Zoomring recht leichtgängig. Der Zoomring hat mehr Griff um 14mm und wird etwas lockerer sobald es auf die 24mm zugeht, wobei das Bajonett auf 24mm schon gut Luft pumpt. Staub- und Feuchtigkeitsschutz sind eingebaut, die Sonnenblende ist ebenfalls fest integriert, der typische manueller Fokus-Autofokus Schalter findet sich auch, ansonsten glänzt das 14-24 eher mit der Abwesenheit von Extras. Nichtmal eine Schärfentiefeskala findet sich. Schutz findet das Frontelement unter einem untertassengroßen Schutzdeckel, der über die feste Sonnenblende gestreift wird und einigermaßen fest klemmt, sich aber nicht einrasten lässt. Also bitte niemals das Objektiv am Deckel hochheben.

Es ist sehr leicht, zwischen Zoomring und Fokusring zu unterscheiden, da sie beide einen unterschiedlichen Durchmesser haben. Man vertut sich also nicht so schnell. Es macht viel Spaß mit dem 14-24 zu arbeiten, sobald man sich übermäßige Vorsicht abgewöhnt hat. Das Frontelement verträgt einiges an Staub und Schmutz. Es muss zwar immer wieder saubergewischt werden, aber ich würde das Objektiv nicht zu sehr in Watte packen. Es kann sich schonmal etwas Dreck im unteren Teil der Sonnenblende ansammeln, den man dann einfach ausschüttelt oder es kleben kleine Schlammbröckchen am Frontelement, die man vorsichtig wegwischt. Man sollte auf jeden Fall stets ein weiches, sauberes Tuch mitführen, um diese kleinen Ärgernisse aus dem Weg zu schaffen. Ausserdem sollte man aufpassen, dass man nicht zu nah an die Action gerät. Bei 14mm sind die meisten Objekte viel näher, als man es für möglich hält. Keine Panik, Beschichtung und Glas halten eine Menge aus und es gibt keinen Grund sich mit diesem Objektiv nicht auch mal dahin zu bewegen, wo Dreck fliegt.

Durch die vielen Gruppen und Elemente ist es schwer, die Optik des 14-24 zu beschreiben. Wer die Nikon-Diagramme von der Homepage kennt, weiss was ich meine. Dementsprechend ist es auch nicht einfach zu kategorisieren. Ich würde trotzdem sagen: Es ist das momentan beste Weitwinkelzoom für das Vollformat am Markt. Selbst voll aufgeblendet ist es bei 14mm in den Bildrändern noch ziemlich scharf und konkurrenzlos wenn man es auf f/4 abblendet. Die Vignettierung ist immer deutlich sichtbar, ziemlich offensichtlich voll aufgeblendet und es wird besser wenn man es auf f/8 abblendet. Die Verzeichnung ist tonnenförmig und recht komplex, aber neuere Bildbearbeitungsprogramme können sie ziemlich gut ausbügeln. Der Autofokus zieht wie bei Weitwinkelobjektiven üblich schnell an, solange das AF-System gut ist (D3!) und auch bei Übersichtsaufnahmen noch genügend Details unterscheiden kann. Chromatische Aberrationen sind vorhanden, aber sehr dezent, bei 14mm kaum erkennbar und bei steigender Brennweite ebenfalls ansteigend.

Für DX-Kameras gibt es viele bessere Objektive. Als Beispiel möchte ich das 11-16mm 2.8 von Tokina erwähnen, das kleiner und leichter ist und 77mm Filter aufnimmt. Alle Nikon DX-Weitwinkel-Zooms sind eine bessere Wahl – es spricht absolut nichts für ein 14-24mm im DX-Bereich! Für FX gibt es nichts Besseres, wenn man es sich denn überhaupt leisten kann. Es ist wesentlich besser als das 17-35mm, welches es in fast allen Kategorien schlägt. Je nach Anbieter schlägt das 14-24 nämlich ordentlich im Scheckheft ein und man sollte schon auf Ware mit Garantiekarte achten anstatt die günstigeren Grauimporte zu wählen. Wer Vorsatzfilter braucht, kommt um das LEE SW-150 Kit nicht drumherum. Ich hab’s nicht, mir fehlen nur die Graufilter und es ist verdammt umständlich, das Kit zu installieren und mitzuführen.

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