Altes Gerät: Nikon FA

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Die ab 1983 als „Technocamera“ verkaufte Nikon FA war Nikons erste Spiegelreflex mit eingebauter Blendenautomatik und weltweit die erste Kamera mit Matrixbelichtungsmessung. Die vielen elektronischen Features der FA führten zum für Nikons Mittelklasse astronomischen Preis von 1300 DMark.

Ein Mikroprozessor sorgt für die Einstellung der Belichtung anhand der Daten aus dem AI-S Objektiv und den Informationen aus 5 analogen Meßzellen, die das Sucherbild unter sich aufteilen. Ein Analog-Digitalwandler rechnet das Signal für die Weiterverarbeitung um. Aus Zehntausenden Belichtungssituationen wird die Ähnlichste ausgesucht und die Kamera dementsprechend eingestellt. 

Die Programmautomatik kann automatisch zwischen normalem und Kurzzeitprogramm wählen, daneben stehen Zeit- und Blendenautomatik sowie der manuelle Modus zur Verfügung. Die Kamera verfügt über keinen Autofokus und keine elektronische Blendensteuerung, die Blende wird am Blendenring des Objektivs eingestellt. Die Belichtungszeit liegt zwischen einer und einer 1/4000stel Sekunde mit elektronischer Unterstützung, ohne Batterien lässt sich aber immer noch durch das Spannen des Aufzugshebels mechanisch eine 1/250stel Sekunde Belichtungszeit erreichen. Ein LC-Display informiert über die Belichtungszeit und ein kleiner Spiegel wirft die gewählte Einstellung des Blendenrings als Abbild in den Sucher – bei der Blendenautomatik wird stattdessen die Belichtungszeit angezeigt. Bei Dunkelheit kann man beides jedoch nicht ablesen, da keine der Anzeigen beleuchtet ist, um Strom zu sparen.

Die Stromversorgung besteht entweder aus 2x S-76 1,55V Zellen, 2x LR-44 1,5V Zellen oder einer 3V CR1-3N Zelle, die bei normalem Betrieb ca. ein Jahr halten sollten. Der Aufzugshebel fungiert gleichzeitig als Ein-/Ausschalter und sperrt in der Ruheposition den Auslöser, der auch mit einer Drahtfernbedienung ausgerüstet werden kann. Gleichzeitig verfügt der Aufzugshebel auch für einen Leerlauf für Mehrfachbelichtungen, mit dem nur der Verschluss gespannt wird, aber der Film nicht weitertransportiert wird. Über das Zeitwahlrad lässt sich die Verschlusszeit und die entsprechende Belichtungsautomatik wählen (P/A/S/M).

Die Matrixmessung lässt sich vorne direkt unter dem Objektivbajonett über einen Dreh-/Druckschalter einstellen. Eine ziemlich ungewöhnliche Position, bei Canon befindet sich dort immer die Springblende. Daneben befindet sich der mechanische 10-Sekundenauslöser, den man auch nutzen kann um den Spiegelschlag und die Auslösung zeitlich zu trennen. Für diese Zwecke ist am Sucher auch eine Sucherabdunklung eingebaut, um Lichteintritt nach ausgelöstem Spiegel zu verhindern. Die Springblende ist als Hebel direkt seitlich vom Bajonett ausgeführt. Das Sucherbild ist angenehm hell, fokussiert wird über den typischen mikroprismatischen Schnittbildindikator.

Für Serienaufnahmen können die Motorgriffe MD-12 oder MD-15 angebaut werden, die den Verschluss auch automatisch spannen. Der Gehäuseboden bietet hierfür 2 Schrauben die die notwendigen Kontakte verdecken. Der TTL-Blitzschuh befindet sich wie üblich auf dem Sucherdom, alternativ kann man die Standard Blitzbuchse nutzen. Die Kamera ist aus einem Kupfer-Aluminiumguß gefertigt, dementsprechend stabil und schwer (630 Gramm). Alleine der Aufzugshebel vermittelt das Gefühl, dass diese Kamera ewig hält – extrem stabil, sattes Schliessen.

Beim Kauf einer gebrauchten FA sollte man darauf achten, dass die Dichtungen des Filmdeckels erneuert worden sind, das sind Schaumstoff-Streifen die in eine Nut unter dem Filmdeckel gelegt werden. Die Lebensdauer des LCD gab Nikon damals mit „mindestens 8 Jahren“ an, allerdings laufen die Dinger nach fast 30 Jahren immer noch. Gebraucht kann man eine Nikon FA bei eBay je nach Zustand für 150-250€ kaufen, wobei die Geräte meist nur wenige Gebrauchsspuren, meist am Gehäuseboden, aufweisen, die man mit etwas Gehäuselack reparieren kann. Die FA ist in Schwarz und Silber verkauft worden, kurzzeitig auch als Sonderedition in Gold.

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