Nikons neue spiegellose Kamera

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Nikon hat eine spiegellose Kamera (sog. „X810“) mit Wechselobjektiven in der Testphase. Das obige in einem chinesischen Forum geleakte Bild zeigt das Bajonett (offensichtlich KEIN F-Bajonett) und den Sensor. Was bedeutet das für den Nikon-Fotografen?

Zuerst einmal hoffe ich, dass die Eier der Nikon-Entwickler für diesen Mist in der Hölle brennen. Ernsthaft, wenn sie sich nicht eine sehr gute Ausrede einfallen lassen, warum sie das F-Bajonett nicht unterstützen bzw. wenigstens einen Adapter anbieten, bin ich stocksauer. Der Anschluss wird „EVIL“-Bajonett genannt, und genauso sehe ich die Sache auch. Eine sog. „mirrorless“-Kamera macht für mich nur Sinn, wenn sie auch meine alten Objektive unterstützt. Optimal wäre z.B. ein Abgreifkontakt für den Blendenring der heute noch hergestellten AiS-Objektive. Für einen größeren Sensor würde ich sogar mehr auf den Tisch legen. Stattdessen will uns Nikon, so scheint es, ein komplett neues System an den Hals binden.

Das geht völlig entgegen der Behauptungen, das spiegellose System von Nikon sei wesentlich professioneller als vergleichbare Systeme anderer Firmen. Professionelle Systeme nutzen die vorhandene Infrastruktur und ändern nicht von Grund auf alles – eine schöne Tradition die Nikon mit diesem System begräbt. Der Sensor soll noch kleiner als ein FourThirds-Sensor sein, mit einem Cropfaktor von 2,6! Was ist daran bitteschön „professionell“?

Wer eine Fuji X100 mit Wechselobjektiven im F-Bajonett erwartet hat, wird wohl bitter enttäuscht werden. Stattdessen bedient Nikon scheinbar den Einsteigermarkt, dessen User sowieso noch keine hochwertigen Objektive besitzen und sich (so hofft man) dankbar auf die Mikro-Nikon mit EVIL-Bajonett stürzen werden. Das Attribut „professionell“ werden wir wohl noch ein ums andere Mal hören müssen, während uns die Galle kocht. Stattdessen serviert man sinnfreie Features wie das „elektronische Zoomen“ und ein „drehbares Bajonett“ für den Wechsel vom Landschafts- ins Portraitformat ohne die Kamera um 90° drehen zu müssen. Als ich das gelesen habe dachte ich „Jetzt sind die Japaner völlig übergeschnappt.“

Ende August ist ein Presse-Event angesagt, da werden wir sehen wie weit die ganze Geschichte uns bringen wird. In der Zeit lehne ich mich zurück und weiss jetzt schon: Für den Mist gebe ich wohl keinen Cent aus.

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