Fotoliteratur, die Zweite

Standard

Nochmal was zum Lesen…

Susan Sontag: „Über Fotografie“
Müsste eigentlich „Gegen Fotografie“ heissen und ist heute so aktuell wie 1977, sogar aktueller denn je. Pseudonaturalismus, die Degradierung des Menschen zum „Objekt“, inflationäre Bilderflut und regelrechtes „Abstumpfen“ durch Fotografie sind große Themen unserer Zeit die Susan Sontag schon vor über 30 Jahren so gesehen hat. Auch „Regarding The Pain Of Others“: Sehr gutes Buch über Kriegsfotografie und die Moral der Fotografie allgemein.

Walter Benjamin: „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“
Kann man die Fotografie als Kunst bezeichnen? Der 1940 von den Nazis auf der Flucht erschossene Autor führt das in seinen Studien aus.

Bryan Peterson: „Understanding Exposure“, „Understanding Shutter Speed“, „Beyond Portraiture“
Tolle Fotolehrbücher von Bryan Peterson, die recht tiefgängig sind und trotzdem leicht verständlich geschrieben. Um Englischkenntnisse kommt man leider nicht herum, aber das ist ja bei Fachliteratur die was taugt ziemlich oft so.

Nobuyoshi Araki: „Self, Life, Death“
Man sagt von diesem Buch, dass man danach Nobuyoshi Araki besser verstehen wird. Das ist eine definitive Lüge. Die verstörende, entlarvende Fotografie von Araki mag man entweder von vorneherein oder man hasst sie, dass mit dem „Verstehen“ kommt mit dem „Mögen“. Gewöhnen kann man sich an Arakis Fotografien meist nur schwer. Neben den obligatorischen nackten, gefesselten und sonstig devot vertäuten Frauen bietet dieser Bildband zahlreiche schöne Porträts, Szenen des Alltags, sogar Makroaufnahmen. Araki fotografiert alles, dieser Bildband bietet einen Überblick über seine Werke. Neben der ledergebundenen Special Edition gibt es mittlerweile auch den „Volks-Araki“ zu einem humaneren Preis.

Ian Jeffrey: „How to read a photograph – Lessons from Master Photographers“
Die Werke bedeutender Fotografen, kommentiert von Ian Jeffrey. Je nach Bedeutung des Fotografen für seine Zunft sind ihm mal mehr, mal weniger Seiten gewidmet. Jeffrey setzt sich mit diesen Bildern auseinander und erklärt dem Betrachter die Mittel der Bildwirkung, wobei er aber keine Atomphysik betreibt. In einer verflickrten Welt kommt endlich mal einer und erklärt den Leuten dass man mehr in einer Fotografie sehen kann ausser „schön“ oder „scheisse“ und wie das überhaupt geht.

Ian Jeffreys „How to read a photograph“ ist mittlerweile übrigens auf Deutsch erschienen. Das Buch heisst in der deutschen Version „Photographie verstehen: eine Anleitung zum Sehen“ und kostet rund 50€. Wer ein gutes Englisch beherrscht kann mit der englischen Ausgabe, die für rund 25€ erhältlich ist, Geld sparen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s