Fotoliteratur, die Erste

Standard

Welches Standardlehrwerk würde ich Fotoenthusiasten als erste Anschaffung empfehlen? Manchmal wird man gefragt, oft verweise ich auf folgendes Buch:

Andreas Feiningers „Große Fotolehre“. Man kann dort zum Beispiel folgenden Abschnitt lesen:

Wenn sie von mir nur ein Rezept erwarten, wie sie leicht zu guten Resultaten kommen können, dann haben sie mit dem Kauf dieses Buches Ihr Geld verschwendet. Denn alles, was sie brauchen, ist schon nett in den einfachen Gebrauchsanweisungen zusammengefasst, die Ihrem neuen Fotoapparat, Belichtungsmesser und Film beiliegen, und zwar kostenlos. Wenn sie aber zu den Fotografen gehören, die noch an Qualität glauben, an ehrliche Arbeit, an sinnvolle Resultate, dann werden sie alle notwendige Führung auf den Seiten und in den Bildern finden. Mehr zu geben ist unmöglich – alles übrige liegt bei Ihnen. Dieses letzte Notwendige zum Erfolg, das schöpferische Gestalten, kann nicht gelehrt werden.

Einfach mal rausgehen und drauflosdrücken kann man auch machen und es wird auch sicherlich etwas dabei herauskommen. Aber das wäre in etwa genau so wie einfach mal in ein Auto zu steigen und ohne die Kenntnis irgendwelcher Verkehrsregeln oder einem Fahrziel drauflos zu fahren. Es hilft, zielgerichtet und strukturiert vorzugehen und zu wissen, was man erreichen will und wie man es erreichen kann.

Feiningers Fotolehre ist meiner Meinung nach das einzige Buch, das ein Fotograf wirklich gut gebrauchen kann. Lesen Sie das durch und Sie können im Prinzip auf alle gut gemeinten Ratschläge aus irgendwelchen Foren pfeifen („nur im manuellen Modus machst du gute Bilder“, „nur mit einer Spiegelreflex machst du gute Bilder“, „nur mit teuren Objektiven machst du gute Bilder“… usw.). Die Autoren der neuen Bücher schreiben im Prinzip genau das, was Feininger vor 40 Jahren zusammengefasst hat, sie garnieren das nur neu mit dem Kram, der auch in den Handbüchern neuer Digitalkameras steht und dem Wissen über digitale Bildbearbeitung, das man sich aus den spezialisierten Fachbüchern holen sollte. Wenn man alles Grundwissen beisammen hat muss jeder seinen eigenen Weg gehen.

Das Buch ist sehr günstig, didaktisch vielleicht eher ein höheres Niveau aber gut lesbar. Natürlich kann man sich auch den 3-bändigen Marchesi zulegen, aber wer EIN Buch braucht in dem ALLES wissenswerte drinsteht und obendrein nicht mehr als 15 Euro bezahlen will wird hier exzellent bedient.

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