Tipps: Histogramm

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3. Tipp: Histogramm richtig nutzen / Belichtung optimieren:
(zugegebenermaßen sind das mehrere Tipps, daher ausnahmsweise ein längerer Beitrag)

Die meisten digitalen Spiegelreflexkameras (und auch viele Kompaktkameras) besitzen im Rahmen der Bildwiedergabe eine Histogrammfunktion, doch die wenigsten nutzen diese äusserst praktische Funktion überhaupt. Gleich zu Anfang sei gesagt, dass man diese Funktion keinesfalls überbewerten sollte – ein „schönes“ Histogramm macht noch lange kein schönes Bild. Teilweise ist es sogar erwünscht ein Bild mit starker Gewichtung von Schatten oder Spitzlichtern (Low-/Highkey-Aufnahmen) zu produzieren.

Ich werde nun nicht damit anfangen, diese Funktion zu erklären sondern gleich ein paar Tipps zur Beurteilung der Histogramme geben. Wir gehen hierbei vom Standardhistogramm aus, das die Leuchtkraft wiedergibt, nicht vom RGB-Histogramm.

Wie sollte das Histogramm „optimalerweise“ aussehen:

Das Histogramm sollte idealerweise (als guter Ausgangspunkt für eine spätere digitale Nachbearbeitung, falls gewünscht) über die gesamte Skala, also von links nach rechts gehen und an beiden Seiten sanft auf den Nullwert abfallen. Das zeigt eine gute Zeichnung von den Schatten in die Spitzlichter. Man kann sowohl einen einzelnes großes „Gebirge“ rel. in der Mitte dabei herausbekommen (gleichmäßige Belichgung) oder aber auch 2 „Berge“ links und rechts, die ein „Tal“ einschliessen (z.B. schattiges Motiv vor hellem Himmel).

Mein Histogramm sieht anders aus, was hat das zu bedeuten?

1) Das Histogramm „fällt“ vom einem Höchstwert ganz links nach rechts ab.
Das Bild ist zu hell, man spricht von „Spitzlichtern“ bzw. von „ausgefressenen“ Stellen.

2) Das Histogramm „steigt“ von links auf einen Höchstwert ganz rechts.
Das Bild ist zu dunkel, die Schatten sind „abgesoffen“ d.h. die Detailzeichnung in den dunklen Bildteilen ist nicht bzw. nicht ausreichend vorhanden.

3) Man sieht einen einzelnen „Berg“ in der Mitte, der weit von linker und rechter Seite entfernt ist. Man sieht ein sehr kontrastarmes Bild das relativ „flach“ aussieht.

Was kann ich anders machen?

a) Neutralgrau-Verlaufsfilter nutzen: Benutzen Sie einen NG-Verlaufsfilter (keinen gewöhnlichen Neutralgrau-Filter!), diese Filter sind nur gut zur Hälfte grau gefärbt (verlängern die notw. Belichtungszeit in einer Hälfte), die andere Hälfte lässt das Licht normal durch. Meist sind diese Filter drehbar, man kann also den Verlauf anpassen. Damit kann man z.B. einen hellen Himmel abdunkeln um eine gleichmäßigere Belichtung zu erreichen.

b) Füllblitz nutzen: Benutzen Sie einen Füllblitz um Schatten zu beleuchten und eine gleichmäßigere Lichtstimmung zu erzeugen. Denken Sie daran dass Blitzlicht eine andere Temperatur als Tages- oder Glühlampenlicht hat. Man braucht auch nur sehr wenig, einen Füllblitz sollte man sehr gut (besser sparsam) dosieren (siehe nächster Abschnitt 4.).

Sonst noch ein paar kleine Tipps?

1) Graukarte nutzen: Kaufen Sie sich eine, packen Sie sie ein, benutzen Sie sie! Manche Fotolehrbücher widmen der Belichtungsmessung per Graukarte ein eigenes Kapitel, da muss wohl was dran sein… (mehr dazu evtl. in einem Extratipp später).

2) Spotmessung nutzen: Bei schwierigen Lichtverhältnissen und kleinen Messflächen kann absolut NICHTS die Spotmessung ersetzen. Sie ist sehr nützlich und dank des AE-L Buttons (falls vorhanden) äusserst vielseitig.

3) Weiss bleibt weiss: Sie fotografieren Motive die eine große, weisse Fläche beinhalten? Führen Sie eine Spotmessung auf diese Fläche durch und belichten Sie um 2-2,5 Lichtwerte (EV) über, sonst graut das Weiss ein.

4) Spitzlichter messen, ruhig Schatten vergessen: Die meisten Kameras können noch ein bisschen Dynamik aus den Schatten holen, Spitzlichter bleiben meist weiss. Die Belichtungsmessung sollte man daher lieber auf oder nahe der Spitzlichter durchführen, beim Sonnenuntergang z.B. rechts oder links direkt neben der Sonne.

5) Hintergrund beachten: Der Hintergrund kann entscheidende Auswirkungen auf die Belichtungsmessung haben, diesen bei der Belichtungsmessung keinesfalls vergessen!

6) Kreativ werden: Es geht nicht immer um die „perfekte Belichtung“. Experimentieren Sie mit Extremen.

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